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4.2.2 Die Methode von Urpí und Olivé

[UO92] stellen ebenfalls eine Methode zur Berechnung von Änderungen in deduktiven Datenbanken vor, die zur Sichtenwartung und zur Kontrolle von Integritätsbedingungen geeignet ist. Im Vergleich zu den anderen Verfahren für deduktive Datenbanken, werden hier auch Schlüsselinformationen einer Relation benutzt. Da es für jeden Schlüssel nur ein Element in der Datenbank geben darf, kann man feststellen, ob sich die Nicht-Schlüssel-Attribute nach einer Transaktion geändert haben. Ist dies der Fall, so kann die Änderung direkt an dem zugehörigen Element der Sicht vorgenommen werden. Deshalb können in diesem Verfahren Modifikationen einzelner Attribute eines Tupels besonders effizient durchgeführt werden.

Da man in der Regel auf den alten Datenbankzustand nicht mehr zugreifen kann, wird dieser durch Regeln mit Hilfe des neuen Datenbankzustands und den Änderungen beschrieben. Allerdings können dadurch unsichere Regeln mit Negation erzeugt werden, d.h. in einem negierten Literal werden Variablen benutzt, die in keinem positiven Literal vorkommen. Die Regeln zur Berechnung der Änderungen von intensionalen Prädikaten sind einfach aufgebaut: ein Prädikat P wird eingefügt, wenn es im neuen Datenbankzustand gilt, aber vor der Änderung noch nicht gültig war. Analog sind die Regeln für gelöschte und modifizierte Prädikate. Zunächst wird dadurch eine große Zahl von Regeln definiert, die anschließend durch Regelreduktion und semantische Vereinfachung verkleinert wird. Die Regeln zur Sichtenwartung können mit (partieller) SLDNF-Resolution oder mit einem anderem Verfahren ausgewertet werden.



Christoph Quix
31. Juli 1996